Verunsicherung bei allen Anlageklassen- keine Jahresendrally

Wohl noch nie wurde eine Jahresendrally so sehnsüchtig erwartet bzw. erhofft wie in diesem Jahr. Und selten standen die Chancen schlechter. Nach den vergangenen turbulenten Börsenwochen wäre schon ein freundlicher Jahresausklang Balsam für die geschundenen Anlegernerven. Doch selbst bei deutlichen Pluszeichen würde die Jahresbilanz dennoch mager ausfallen.
Die Erwartungen der Marktteilnehmer an die zukünftige Entwicklung sind auf einem historischen Tief. Der ifo-Geschäftsklimaindex trübte sich für das vierte Quartal weiter ein, Privatanleger suchen nach Orientierung und sind in diesen stark schwankenden Märkten stark verunsichert. Nicht einmal das altbekannte Krisenmotto “Cash is King” gilt seit der Pleite der isländischen Kauping Bank ohne Einschränkung. Kaum eine Anlageklasse hält sich seit Jahresanfang noch im positiven Bereich, nicht nur Aktien und Anleihen mussten Federn lassen. Ganze Produktkategorien gerieten mit der Krise im Bankensektor in Misskredit. Trotz hoher Schwankungsbreite der unterschiedlichen Anlageklassen sehen viele Experten die Kurse auf derzeitigem Niveau nicht nur bei Rezessions-, sondern auf Panikpreisen angekommen. Das Dax-Kursgewinnverhältnis ist nach aktuellen Konsensschätzungen von 14 auf 11 gefallen. Selbst wenn die zugrunde gelegten Gewinnschätzungen von einigen Experten noch zu hoch eingeschätzt werden, scheint das aktuelle Niveau insbesondere für langfristig orientierte Anleger attraktiv.

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